BMBF Bekanntmachung: Förderung von internationalen Verbundvorhaben zum Thema Funktionelle Poröse Materialien zwischen Europa und Japan

Die Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Japan ist eine wichtige Aufgabe in der internationalen Wissenschaftspolitik vieler europäischer Länder.

Gegenstand der Förderung

Gefördert werden multilaterale Verbundvorhaben im Bereich der wissenschaftlichen Forschung. Fachliches Thema der Fördermaßnahme ist Funktionelle poröse Materialien (Functional Porous Materials). In den vergangenen Jahren haben sich bei der Gestaltung von Stoffen und Materialien und der kontrollierten Einstellung ihrer Zusammensetzung und Struktur erhebliche und vielversprechende technische Möglichkeiten eröffnet, um Stoffe und Materialien mit neuen Eigenschaften auszustatten, die eine zentrale Rolle beim Aufbau nachhaltiger Gesellschaften und zur Lösung globaler Probleme spielen werden.

Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach bahnbrechenden Verbesserungen der Funktionalität in Bereichen wie effiziente Energieumwandlung, Supraleiter, Ionenleiter, Wärmebeständigkeit, hohe mechanische Festigkeit, Leichtbaumaterialien, Bioaktivität, Medizin und Wirkstoffforschung, sollen hier die Stärken verschiedener internationaler Forschungseinrichtungen zusammengeführt werden.

In den Vorhaben sollen insbesondere die Weiterentwicklung der kontrollierten Einstellung von porösen Materialien mit verbesserten Funktionen und Eigenschaften in Bezug auf Speicherung, Transport und Umwandlung von Energie und chemischen Rohstoffen, katalytische Reaktionen, Minderung und Beseitigung von Umweltschadstoffen, Bereitstellung von Trinkwasser sowie Materialien für den Einsatz im Gesundheitsbereich vorangetrieben werden. Diese Materialien sollen durch die Anordnung und Verbindung von Atomen und Molekülen entstehen. Durch die kontrollierte Einstellung ihrer Abmessungen, Form, Größe, Zusammensetzung, Gleichmäßigkeit, Kristallinität und Oberfläche müssen sie sich hinreichend von herkömmlichen Materialien abheben.

Gegenstand der Forschung sind nicht nur weithin anerkannte, hochentwickelte poröse Materialien wie nano- oder mesoporöse Materialien, schichtartige Materialien oder Materialien mit Käfigstruktur, Nanoröhrchen, Makro-, Super- und Biomoleküle sowie strukturelle Materialien, sondern auch Materialien, deren spezifische Funktion sich aus dem Aufbau der Porenstruktur ergibt.

Die Themen der Projekte können unter anderem die folgenden Schwerpunkte umfassen:

  • Entwicklung von hochentwickelten Trennmembranen zur wirtschaftlichen Reinigung von kontaminiertem Wasser und Luft,
  • Entwicklung von funktionellen kristallinen porösen Materialien für die industrielle Anwendung als Sorptionsmaterialien und Katalysatoren,
  • Entwicklung von ultraleichten und hochfesten Baumaterialien mit deutlich verbesserten aseismischen-seismischen Isolationseigenschaften durch die kontrollierte Poreneinstellung,
  • Entwicklung von Materialien zur Energieumwandlung z. B. in Solarzellen,
  • Entwicklung von Konversionsmaterialien für wiederaufladbare Batteriezellen,
  • Entwicklung von Materialien für die Molekülerkennung wie Sensoren und Biomaterialien.

Die Forschungsgruppen sollen interdisziplinär zusammengesetzt sein und Wissen unter anderem aus der Chemie, Physik, Biologie, Technik, Informationstechnologie und Messtechnik vereinen. Ihre Arbeit soll über die reine Grundlagenforschung hinausgehen und sich mit weltweit nachgefragten industriellen Anwendungsmöglichkeiten befassen. Die Einbeziehung industrieller Partner sowie relevanter Stakeholder von Beginn an wird begrüßt.

Es wird den Antragstellern unbedingt geraten, den englischen Bekanntmachungstext unter http://www.concert-japan.eu zu beachten.

Weitere Informationen:

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1683.html